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Welches Verfahren ist das richtige?
Verschiedene Studien belegen, dass eine Revascularisation in den ersten 2 – 3
Stunden mit einer deutlich geringeren Letalität verbunden ist.
Die LV Pumpfunktion ist signifikant besser, bei sehr früher Wiedereröffnung kann sogar
die Nekrose verhindert werden.
Die Ballondilatation mit anschließender Stentimplantation führt zu einer deutlich höherer Rate
an vollständiger Wiedereröffnung, was mit einer besseren Prognose korreliert ist. Dies stellt
einen eindeutigen Vorteil der PTCA dar. Leider ist dieses Verfahren nur in Zentren durchführbar
und setzt ein arbeitsbereites Herzkatheterlabor voraus. Der Vorteil der Thrombolyse besteht in
der einfachen Anwendung vor Ort und somit im deutlichen Zeitgewinn. Die deutsche Gesellschaft
für Cardiologie empfiehlt bei einem zu erwartenden Zeitverlust bis zur Durchführung der PTCA von
mehr als 60 min die Thrombolyse. Eine Ausnahme stellen Patienten im cardiogenen Schock dar. Die
überaus schlechte Prognose mit einer Letalität bis 60 % kann nur durch eine rasche und
erfolgreiche PTCA verbessert werden (mit PTCA beträgt die Letalität noch etwa 30 %). Bei diesen
Patienten kann bei bestehender Indikation eine präklinische Lyse sinnvoll sein, ist aber alleine
nicht ausreichend, sodass zwingend ein Interventionszentrum angefahren werden muss.
Die Patienten mit den kürzesten Reaktionszeiten, die die Bedeutung der Thoraxschmerzen
richtig einschätzen rufen über die Telefonnummer 112 den Rettungsdienst. Werden erst andere
Personen eingeschaltet (Hausarzt, Verwandte, Apotheker etc.) oder der Transport ins Krankenhaus
selbst veranlasst, ist die Zeit bis zur Therapie deutlich länger. Deshalb ist die Rate von
Herzinfarkten mit einer Symptomdauer von < 2 Stunden im Rettungsdienst höher.
Für die Indikationsstellung zur Thrombolyse ist nur die typische Symptomatik und ein
eindeutiges Infarkt - EKG notwendig. Dies steht uns präklinisch auch zur Verfügung. Der
Zeitverlust durch die notwendige Untersuchung, Behandlung und den Transport durch den
Rettungsdienst beträgt auch in einer Großstadt wie Dortmund 45 – 60 min. Die reine Fahrzeit hat
hier den geringsten Anteil. Rechnet man den Zeitverlust in der Klinik, der im günstigsten Fall
nur 15 min beträgt, hinzu, wird der Zeitvorteil der präklinischen Lyse noch deutlicher.
Zusammenfassend ist der Vorteil für eine sofortige Revascularisation besonders hoch, bei
frühzeitiger Therapie, die Indikationsstellung und Durchführung der präklinischen Lyse ist
problemlos auch präklinisch möglich, sodass der Zeitgewinn bei 60 bis 90 Minuten liegen kann.
Eine Ausnahme stellen Patienten im cardiogenen Schock dar, die von der möglichst raschen PTCA
profitieren.
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